Frauenkonsultation in Ghana

0810_westafrika2„Mädchen- und Frauenbildung als Schlüssel zur Entwicklung“ so lautete das Thema einer gemeinsamen dreitägigen Konsultation von 23 Frauen aus den Mitgliedskirchen der Norddeutschen Mission (NM), die im Oktober 2008 in Ho/Ghana stattfand. Für die  ev.-luth. Kirche in Oldenburg nahm u.a. Imke Martens teil, die Vorsitzende des Eine Welt e.V. in Edewecht.

 Auf Wunsch der afrikanischen Veranstalterinnen beschäftigten sich die Teilnehmerinnen mit der Frage, welchen Beitrag speziell die Kirchen leisten können, um  dem UN-Ziel „Halbierung der weltweiten Armut bis 2015“ näher zu kommen und welche Rolle dabei das Thema Bildung spielt. Noch immer wird nämlich die Ausbildung von Mädchen in vielen afrikanischen Ländern vernachlässigt , und der Anteil von Mädchen an weiterführenden Schulen sinkt mit der Höhe der Qualifikationsmöglichkeit. 

0810_westafrika1Neben dem Tagungsprogramm informierte sich die siebenköpfige deutsche Delegation des Frauenbeirates der NM in Togo und Ghana in Projekten der afrikanischen Mitgliedskirchen über deren Ausbildungsangebote für Frauen und Mädchen. Das Programm reichte von zahlreichen lebenspraktischen Lernmöglichkeiten wie z.B. der Herstellung von Batikstoff, Desinfektionsmittel, Hautcreme und Fruchtsirup über Fragen der Schneckenhaltung oder Kaninchenzucht oder der Ausbildung zur Elektrikerin bis hin zum Besuch der evangelisch-presbyterianischen Universität in Ho. Alle Projekte zielen auf die Stärkung von Frauen und Mädchen, darauf, ihnen Möglichkeiten zur Sicherung ihres Lebensunterhaltes aufzuzeigen und sie vom Einkommen der häufig polygam lebenden Männer unabhängig zu machen. 

Auch das Mikrokredit-Programm der EPChurch Ghana wird zu 80 Prozent von Frauen genutzt;  auf neugierige Nachfrage aus der Delegation war zu erfahren, dass Frauen bevorzugt berücksichtigt werden, weil sie für eine zuverlässig hohe Rückzahlungsmoral bekannt sind. 

Das vielen Edewechtern aus der Arbeit des Eine Welt e.V. bekannte Activity Centre (Ausbildungszentrum für Kindermütter) hatte anläßlich seines 10jährigen Bestehens zu einem Festgottesdienst eingeladen. Wie bei feierlichen Gelegenheiten üblich, waren alle Schülerinnen, Lehrerinnen und bekanntenFörderer in extra angefertigten Kleidern aus extra entworfenem und gebatiktem Stoff erschienen. Die sehr selbstbewußt auftretenden Schülerinnen beteiligten sich  mit Rollenspielen und Liedbeiträgen am Gottesdienst  und erhielten zum Abschluss ihre Zeugnisse. Die meisten von ihnen hatten die ganze Nacht mit den Vorbereitungen eines „Basars in eigener Sache“ zugebracht und bei schummrigem Licht genäht, selbst Gebackenes verpackt, Tücher bedruckt etc. 

Offene Begegnungen, ansteckende Fröhlichkeit, mit großer Selbstverständlichkeit gelebte Glaube und unübertroffene Lebensfreude durften die Teilnehmerinnen der Reise erleben und als Erinnerung mit nach Hause nehmen. Besonders im Gedächtnis bleiben wird wohl allen die „Power“ der afrikanischen Schwestern, die trotz widriger Umstände fest davon überzeugt sind, dass sie – auch in ihren Kirchen – etwas bewegen können und dass es sich lohnt, für Veränderungen zu kämpfen.